Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung

in der Evangelischen Kirche von Westfalen

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Mit Bundeswehrangehörigen Gemeinde leben -

zwischen friedensethischer Herausforderung und wertschätzender Seelsorge

Angebot Nr.: 6.1.13
Beginn: 18.06.2020
Ende: 18.06.2020
Ort: Haus der Kirche, Bonn

Beitrag für Teilnehmende aus den beteiligten Landeskirchen:
50 Euro

Leitung/Referentinnen/Referenten:
  • Claudia Thiel, Berlin
  • Susanne Kreiter, Schwerte

Beschreibung:

In vielen Kirchengemeinden leben Soldatinnen und Soldaten und ehemalige Angehörige der Bundeswehr mit ihren Familien, ohne dass wir Pfarrerinnen davon wissen. Die meisten wollen und wollten mit ihrem Dienst in der Bundeswehr aufrichtig dem Frieden dienen und suchen Gespräche zu den ethischen und politischen Fragestellungen, die damit verbunden sind.
Vielen Pfarrerinnen und Pfarrern dagegen ist die Bundeswehr ein Dorn im Auge, kommen doch etliche Geistliche aus einer friedensethischen Tradition, die sich an den Worten der Bergpredigt „Liebet eure Feinde…“ (Mt 5,44) orientiert.
Seit 2002 wächst die Zahl der Menschen, die in Auslandseinsätzen im militärischen und zivilen Bereich waren, nicht nur bei der Bundeswehr, auch bei Polizei, THW und NGO´s. Allein in Afghanistan waren mittlerweile über 400.000 Bundeswehrangehörige im Einsatz.
Die seelischen Belastungen durch Auslandseinsätze sind hoch, nicht nur bei den Soldaten und Soldatinnen, sondern auch bei ihren Familien. Das beginnt beim Trennungsschmerz und geht über Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und andere psychische Erkrankungen bis zu akuter Suizidgefahr. Viele Belastungsreaktionen entwickeln sich erst lange nach der Rückkehr aus den Einsätzen.
In der Gemeindearbeit, in der Schule oder im Krankenhaus begegnen wir immer öfter Menschen, die entweder selber in einem Auslandseinsatz waren, oder deren Tochter, Enkel, Mutter oder Vater gerade in einem Auslandseinsatz sind oder waren. Was müssen wir über Einsatzfolgebelastungen wissen, um diesen Gemeindegliedern als Seelsorgerinnen beistehen zu können? Wie werden wir aufmerksam auf diese „verborgenen“ Gemeindeglieder? Was bedeutet die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata für unsere Arbeit als Seelsorger für diese Gemeindeglieder? Welche besonderen Kompetenzen braucht es, um ihnen beistehen zu können?
Der Studientag will die Spannung zwischen eigener ethischer Einstellung und der seelsorglichen Verantwortung gegenüber den in unserer Mitte lebenden Menschen aufnehmen und nach Wegen für einen guten Umgang miteinander suchen.

Querverweis in Handlungsfeld 7

Veranstaltunsbüro:
Stefanie Keuntje
Telefon: 02304/755-144