Interprofessionelle Teams in der Kirche – gemeinsam Verantwortung tragen
Interprofessionalität bedeutet: Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen arbeiten auf Augenhöhe zusammen – mit einem gemeinsamen Ziel.
In der Kirche heißt das: Pfarrer*innen, Diakon*innen, Gemeindepädagog*innen, Kirchenmusiker*innen, Verwaltungsfachleute und andere kirchliche Berufsgruppen gestalten gemeinsam das kirchliche Leben vor Ort. Sie bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein, übernehmen gemeinsam Verantwortung und entwickeln neue Formen pastoraler Präsenz. Sie arbeiten gleichberechtigt und kompetenzorientiert zusammen, um die vielfältigen Aufgaben kirchlicher Arbeit gemeinsam zu bewältigen.
Interprofessionelle Teams sind kein Add-on, sondern Ausdruck einer Kirche, die sich als Leib Christi versteht – vielfältig, aber geeint im Auftrag.
aus einer Arbeitshilfe der EKvW
Warum Interprofessionalität?
Die gesellschaftlichen Veränderungen – demografischer Wandel, sinkende Mitgliederzahlen, neue Lebensformen – fordern die Kirche heraus. Gleichzeitig wächst die Komplexität kirchlicher Aufgaben. Interprofessionelle Teams bieten hier eine Antwort: Sie ermöglichen eine differenzierte, kompetenzorientierte und nachhaltige Gestaltung kirchlicher Arbeit.
Die Zukunft der Kirche liegt nicht in der Einzelkämpferin, sondern im Team.
Dr. Ralf Kötter, Pfarrer und Autor
Interprofessionelle Teams in den Landeskirchen
Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat mit dem Projekt IPT – Interprofessionelle Pastoralteams einen strukturellen Rahmen geschaffen und 2021 ein landeskirchenweites Modell beschlossen, das auf konstruktives Miteinander, gemeinsame Aufgabenbewältigung und geistliche Vielfalt setzt. Informationen, Materialien und Praxisbeispiele finden sich auf der
Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) fördert interprofessionelle Zusammenarbeit im Gemeinsamen Pastoralen Amt (GPA), insbesondere im Kontext regionaler Kirchenentwicklung und gemeinsamer Leitung. Weitere Infos dazu auf der
Auch die Lippische Landeskirche fördert aktiv interprofessionelle Zusammenarbeit, nicht nur, um den steigenden Anforderungen bei gleichzeitig sinkenden Ressourcen zu begegnen. In Erprobungsräumen wie Lage und Pivitsheide werden interprofessionelle Teams erprobt. Ziel ist es, aus den Erfahrungen landeskirchliche Standards zu entwickeln. Mehr dazu auf der
Studien und Impulse
Die Bedeutung interprofessioneller Zusammenarbeit wird auch wissenschaftlich reflektiert. Einige empfehlenswerte Beiträge:
- „Kirche mit anderen neu denken“ – Dr. Ralf Kötter beschreibt in seinem Buch „Das Land ist hell und weit“ (EB-Verlag 2014), wie interprofessionelle Kooperation auf dem Land neue Perspektiven eröffnet. Mehr dazu
- „Interprofessionelle Teams in der Kirche“ – Studien und Praxisberichte u. a. aus der EKvW zeigen, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt. Mehr dazu im Podcast „Neue Wege in der Kirchenarbeit: Multi-, Inter- und Transprofessionelle Teams by Dr. Kristin Torka“ https://www.siekd.de/podcasts/ oder hier: https://www.siekd.de/wp-content/uploads/2020/09/2020-09-28_SI-KOMPAKT_Multiprofessionelle-Teams_Schendel.pdf