Weiterbildung in Klinischer Seelsorge (KSA)
Die Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) hat ihre Ursprünge bereits in den 20er Jahren in der USA.
Das Format wurde als Clinical Pastoral Training (CPT) in Anlehnung an das klinische Praxisjahr der Mediziner*innen entwickelt. „Klinisch“ bedeutet daher „praxisbezogen“.
Der pastoralpsychologische Ansatz verbindet Theologie, Kommunikationswissenschaften und Psychologie.
Seelsorge setzt voraus, dass Seelsorgende darin geübt sind, mit Menschen in Kontakt zu treten und eine tragfähige Gesprächsbeziehung aufzubauen. Diese Beziehung soll Vertrauen ermöglichen und Raum schaffen für das, was die Seele bewegt. Zentrale Kompetenzen sind dabei Empathie und Authentizität – also die Fähigkeit, sich in das Gegenüber einzufühlen und zugleich im Gespräch echt und kongruent zu bleiben.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Lernprozesses ist die kontinuierliche Reflexion der eigenen Rolle und Person. Dazu gehört, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, sie benennen zu können und sich der Wirkung der eigenen Biografie bewusst zu sein – insbesondere im Hinblick auf Phänomene wie Übertragung und Gegenübertragung. Diese Selbstwahrnehmung bildet die Grundlage für den persönlichen Lern- und Entwicklungsprozess in der Seelsorge.
Seelsorger*innen sind selbst das Instrument der Seelsorge: ein Instrument muss man kennen und pflegen!
Daher sind Ziele dieser Weiterbildung:
- Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Person;
- Klärung der seelsorgerlichen Rolle und Haltung;
- Wissen um Methoden der Gesprächsführung;
- Einbeziehung von Glaube, Spiritualität und Werten – explizit wie implizit;
Bestandteile der Kurstage sind:
- Verbatim- und Fallbesprechungen;
- Theorieeinheiten;
- Predigtbesprechung;
- Selbsterfahrung in der Gruppe (SiG);
- Einzelsupervisionen.
Verschiedene Methoden werden dazu kreativ und prozessorientiert genutzt: Interventionen aus der systemischen Beratung (z.B. Fragestellungen, Aufstellungen), Elemente der Gestaltseelsorge, der personenzentrierten Gesprächsführung (C. Rogers), Kommunikationswissenschaftliche Modelle und vieles mehr.
Rahmenbedingungen
Die KSA-Kurse entsprechen den Standards der DGfP/Sektion KSA. Nach der Grundstufe (zwei erfolgreiche KSA-Kurse) kann die Weiterbildung mit einem Zertifikat für pastoralpsychologische Weiterbildung in Seelsorge (KSA) abgeschlossen werden. Bei Eignung kann die Weiterbildung mit einem Aufbaukurs weitergeführt werden. Eine Weiterbildung in Supervision kann sich nach erfolgter Zulassung anschließen.
Die Weiterbildung in Seelsorge ist offen für haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter*innen aus Kirche und Diakonie. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein eigenes oder fremdes Praxisfeld sowie die Zulassung durch die jeweilige Kursleitung.
Die Anmeldung zu dem gewünschten Kurs erfolgt über unsere Internetseite. Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie vom Tagungsbüro weiterführende Informationen. Sobald Sie die dort angeforderten Unterlagen an die jeweilige Kursleitung übermittelt haben, werden Sie zu einem Kontaktgespräch und Orientierungstag eingeladen. Im Anschluss daran erfolgt die offizielle Zulassung zum Kurs. Mit dieser Zulassung können Sie bei Ihrem Anstellungsträger sowie beim Landeskirchenamt den Fortbildungsurlaub beantragen.